Ich stehe auf einer Brücke
Eine uralte schmale Hängebrücke.
Ich angle mich langsam
Schritt für Schritt vorwärts.
Klammere mich an beiden Seiten
mit den Händen fest am Seil.
Mit jedem Schritt
scheint die Brücke
mehr und mehr zu schwanken.
Vielleicht bin ich
10, 12 Schritte gegangen.
Da verlässt mich der Mut.
Ich sehe das andere Ende nicht.
Angst krallt sich um mein Herz.
Ich bleibe erstarrt stehen.
Traue mich nicht
einen Schritt vorwärts
oder rückwärts zu tun.
Sehe die unendliche Tiefe
unter mir.
Der Fluss, wie er dahin rauscht,
der Regenwald,
deren Baumwipfel
im Winde sich langsam
hin und her bewegen.
Noch immer
klebe ich am gleichen Fleck.
Da höre ich mich
selber leise beten.
Eine unsichtbare Kraft
hilft mir
vorsichtig einen Schritt
nach dem anderen
rückwärts zu gehen.
Ich stolpere.
Habe aber nun festen Boden
unter meinen Füßen.
Mein Herz schlägt schwer.
Kann es noch gar nicht fassen,
dass alles vorbei ist.
Luise A.
